Betreuung

Aufgabe der Einrichtung ist es, Strukturen und Bedingungen zu schaffen und zu erhalten, die Lernanreize und sinnvolle Modelle bieten. Zur Erreichung der angestrebten Ziele ist es notwendig, verbindliche Rahmenbedingungen vorzugeben. Dazu gehört in erster Linie ein strukturierter Tagesablauf mit festen Terminen für gemeinschaftliche Aktivitäten, die Möglichkeit, einer sinnvollen Beschäftigung nachzugehen und die Teilnahme an befriedigenden Freizeitaktivitäten.

Den Bezugsrahmen für den einzelnen Mieter bildet die Wohngruppe. Ein Großteil der pädagogisch / betreuerischen Angebote findet innerhalb dieser Gruppe statt.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil dieser Tagesstruktur sind die Arbeitsangebote. Unter individueller Zielsetzung und fachkundiger Anleitung ermöglichen diese die Förderung des Selbstwertgefühls und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Ein zusätzlicher Motivationsfaktor ist die Beteiligung an Höhepunkten der Stadt Ilmenau mit einer Präsentation und dem Verkauf während der Beschäftigung und Arbeit hergestellter Produkte, wobei der Erlös in vollem Umfang den Mietern zugute kommt.

Unser Betreuungsangebot
  • Gruppengespräche
  • Einzelgespräche
  • lebenspraktisches Training
  • Angehörigenarbeit
  • Arbeits- und Beschäftigungstherapie
  • Sport- und Bewegungsangebote
  • therapeutisches Schwimmen
  • Arbeit in der Landwirtschaft und Aktivtag auf dem Reiterhof
  • Gemäßigte Ausdauergruppe
  • Indikationsgruppen
  • medizinisch / pflegerische Versorgung durch Ärzte und Fachpersonal
  • monatliche Psychiatrische Betreuung durch spezialisierte Suchtbehandlung
  • Betreuung bei stationären und ambulanten medizinischen Behandlungen
  • angeleitete Freizeitgestaltung
  • Unterstützung bei Kontakten mit Ämtern und Behörden
  • Besuch von Sport- und Kulturveranstaltungen
  • Urlaubsmaßnahmen und Ferienfahrten
  • regelmäßige Selbsthilfegruppen wie “Steiniger Weg” oder Blaukreuz
  • monatliche Bibelstunden

Aufnahmeverfahren

Die Aufnahme erfolgt in enger Kooperation mit den einweisenden Stellen. In einem gemeinsam zu vereinbarenden Erstgespräch erhält der Mieter die Möglichkeit, die Einrichtung kennenzulernen, um so in der Lage zu sein, eine ihm angemessene Entscheidung zu treffen. Bei einer positiven Entscheidung stellt die einweisende Stelle den Antrag auf Kostenübernahme beim Kostenträger, dem zuständigen Sozialhilfeträger des entsprechenden Landkreises.

Folgende Unterlagen sind dort einzureichen
  • Antrag auf Eingliederungshilfe
  • Amts- oder Fachärztliches Gutachten
  • Sozialbericht
  • Eigener Antrag
  • Einkommens- und Vermögensunterlagen

Wir erhalten diese Unterlagen in Kopie. Darüber hinaus lassen wir uns beim Erstgespräch eine Einwilligungserklärung unterschreiben, mit welcher wir berechtigt sind weitere Unterlagen zur Entscheidungsfindung von Ärzten und anderen betreuenden Stellen anzufordern. Unsere Entscheidung teilen wir dem zuständigen Sozialamt, dem Antragsteller und dem Betreuer mit. Nach Eingang der Kostenzusage durch das Sozialamt wird der Aufnahmetermin mitgeteilt.

Durch die Gesetzesreform ab Januar 2020 ermöglicht das Bundesteilhabegesetz (BTHG) unter anderem jedem Menschen in der Eingliederungshilfe neue Möglichkeiten.
Dies umfasst auch eine Veränderung in der Antragsstellung und Bedarfsermittlung.
Sie können sich in den Einrichtungen der Kontext-Ilmenau gGmbH, bei dem gerichtlich bestellten Betreuern und/oder in der jeweiligen Behörde informieren. Ab Januar 2020 erfolgt eine Trennung der Leistungsbezüge und umfasst zum einen die existenzsichernden Leistungen im Rahmen der Grundsicherung und zum anderen die Fachleistungen. Die Antragsstellung erfolgt in Zusammenarbeit zwischen Ihnen und dem gerichtlich bestellten Betreuer.

Voraussetzungen für Aufenthalt

Unsere Mieter sind Menschen, bei denen durch langjährigen Suchtmittelmissbrauch gravierende Folgeschäden im körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Bereich vorliegen. Aufgrund dieser Einschränkungen ist ihnen eine selbstständige Lebensführung für einen längeren Zeitraum oder auf Dauer nicht möglich. Wir nehmen chronisch alkohol- und / oder medikamentenabhängige Männer und Frauen, sowie Mieter mit Drogenhintergrund ab 18 Jahren auf, die entsprechend nach dem Bundesteilhabegesetz SGB II und SGB IX zur Aufnahme geeignet sind. Eine Rehabilitation im Sinne der Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit ist zum Aufnahmezeitpunkt z.T. nicht mehr zu erwarten. Voraussetzung für die Aufnahme ist Freiwilligkeit der Antragstellung.